Capitol Post | Passwortklau | Cyberkriminalität
Terminal

CAPITOL ⚙ Post (1/23)

Gesunder Menschenverstand gegen ausgefuchste Cyberkriminalität

In den vergangenen Jahren hat die Internetkriminalität deutlich zugenommen. Um dagegen anzugehen, empfiehlt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder unter anderem, sichere Passwörter zu verwenden, Virenschutz-Software zu installieren und auf dem aktuellen Stand zu halten sowie persönliche Informationen nur sparsam weiterzugeben.

„Wie in der analogen Welt gilt auch im Digitalen: Sind Angebote zum Beispiel von Online-Shops einfach zu gut, um wahr zu sein, sollte man die Finger weglassen. Und wer online von entfernten Verwandten oder Bekannten um Geld gebeten werde, sollte zunächst prüfen, ob es sich dabei wirklich um die vorgeblichen Personen handelt. Wer Opfer eine Straftat wird, sollte sie anzeigen“, resümiert Rohleder.

(Security Insider)


Bis zu 43 Kilogramm an Mikroplastik schluckt ein Blauwal

Wal Plastik | Mikroplastik | Meer
Kamusal Alan | PxHere
Forscher haben erstmals die Belastung in Walen vor der kalifornischen Küste berechnet. Die Herausforderung lag vor allem bei der Datenerfassung.
Die bis zu 30 Meter großen Blauwale fressen die wenige Zentimeter kleinen Krill-Garnelen, die etwas kleineren Finnwale erbeuten sowohl Krill als auch kleine Fische wie Sardellen und die bis zu 15 Meter großen und untersetzteren Buckelwale wählen Krill oder Sardellen. Doch in den garagengroßen Mäulern der schwimmenden Riesen landet nicht nur tonnenweise Nahrung. Zunehmend findet sich auch das im Meer allgegenwärtige Mikroplastik dort wieder. Partikel zwischen 0,001 bis 5 Millimetern – sie wurden bereits in über 1.500 verschiedenen Meerestier-Arten nachgewiesen. (heise)


documenta fifteen: Gutachten zur Kunstfreiheit

Staats- und Verfassungsrechtlers Christoph Möllers Gutachten entlastet documenta.
„Meinungs- und Kunstfreiheit sind nur so weit beschränkbar, wie sie andere Rechte verletzen.“
Das ist nach Ansicht des Juristen Christoph Möllers im Fall der vom indonesischen Künstlerkollektiv Ruangrupa verantworteten Ausstellung nicht der Fall gewesen.
Das Gutachten liegt bei der Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth, im Bundeskanzleramt vor. Die 50-seitige Expertise will Claudia Roth heute veröffentlichen und mitteilen, welche Schlüsse sie daraus zieht. (hna)


Lichtverschmutzung: “Himmelsglühen” statt Sternenhimmel

Bis vor relativ kurzer Zeit habe die Menschheit einen beeindruckenden Blick auf den nächtlichen Himmel gehabt, was sich in allen Kulturen widerspiegele, von Mythen bis hin zu Gebäuden. Das ist heute anders. Die Lichtverschmutzung nimmt stetig zu. Ein Kind, das jetzt an einem Ort geboren wird, wo nachts 250 Sterne zu sehen sind, würde 18 Jahre später nur noch 100 sehen. (heise)


Himmelsatlas enthält 3,3 Milliarden Objekte

Ein Forschungsteam in den USA hat einen gigantischen Himmelsatlas mit mehr als 3,3 Milliarden Objekten in der Milchstraße publiziert. Es dürfte sich um den größten derartigen Katalog überhaupt handeln, erklärt das US-Forschungszentrum NOIRLab. Mit dessen Dark Energy Camera (DECam) wurde der Sternenwegweiser erstellt.
Insgesamt waren demnach zwei Jahre Arbeit und 21.400 einzelne Belichtungen nötig. Der gigantische Atlas umfasst 10 Terabyte an Daten und steht der Wissenschaftsgemeinde jetzt zur Verfügung. Abgedeckt sind 6,5 % des Nachthimmels, ein Übersichtsbild zeigt, um welchen Teil der Milchstraße es geht. (heise)


Immer mehr Arten durch DNA-Barcoding entdeckt

In Deutschland haben Forscher gesammeltes Insekten-Material aus der Natur mithilfe von DNA-Barcoding untersucht. Und siehe da: Sie haben bei vielen Gruppen wesentlich mehr Arten gefunden, als bisher überhaupt bekannt waren. So sind in Deutschland zurzeit ca. 800 Gallmückenarten beschrieben. Die Forscher haben aber 930 Arten mit ihrer Methode nachgewiesen. Insgesamt gehen wir heute davon aus, dass allein in Deutschland tausende neue Arten auf ihre Entdeckung warten. Eine Aufgabe für junge Forscher! (wwf)


W3C warnt vor Googles neuem Werbe-Tracking

Das World Wide Web Consortium (W3C) sowie Entwickler anderer Browser haben Googles neuen Ansatz zielgerichteter Online-Werbung kritisiert. Googles Topics sei als Nachfolger der Werbe-Cookies ungeeignet, ungewünschtes Tracking und Profiling zu verhindern. Das internationales Gremium für die Entwicklung von Web-Standards erklärt, dass damit die „unangemessene Überwachung im Internet“ beibehalten bleibe. (heise)


Hitparade über Malware, Trojaner und Schwachstellen

Laut des Global Threat Index von Check Point® Software Technologies überholte der Trojaner Qbot nach seiner Rückkehr Emotet und ist nun die am weitesten verbreitete Malware. Qbot wird häufig über Spam-E-Mails verbreitet und hatte im Dezember 2022 einen Anteil von 13 Prozent. Emotet fällt mit 5,12 Prozent auf Platz zwei ab, gefolgt von Formbook mit 1,96 Prozent. Im Bereich der mobilen Bedrohungen feiert die Android-Malware Hiddad ein Comeback. (ZDNet)


Die Klimaziele 2022 wurden weit verfehlt

Klimaschutz | Klimaziel | Gletscherschmelze
Prima Klima?
Der Verkehrssektor hat seine Klimaziele 2022 weit verfehlte – mit Blick auf die Entwicklung avanciert er zum Sorgenkind der Klimapolitik. „Der CO₂-Ausstoß lag mit 150 Millionen Tonnen deutlich über dem erlaubten Wert von 139 Millionen Tonnen CO₂.“
Gerade im Verkehrssektor müsste die Politik energischer voranschreiten, doch mit einem FDP-Politiker als Verkehrsminister dürfte das kaum zu machen sein. Und so könnte in den nächsten Jahren die Kluft zwischen Anspruch und Umsetzung größer werden. (telepolis)

Ernährung sichern – Natur und Klima schützen
Mit mehr Klima- und Naturschutz in der Landwirtschaft riskieren wir die Ernährungssicherheit – diesen Eindruck konnte man zuletzt in der öffentlichen Diskussion gewinnen. Der scheinbare Widerspruch zwischen „mehr Produktion“ und „mehr Naturschutz“ lässt sich aber auflösen. Entscheidend dabei ist der Konsum. Mit einer stärker pflanzenbasierten Nahrung wird deutlich weniger Fläche für den Anbau von Nahrungsmitteln benötigt, als dies zur Erzeugung von tierischen Proteinen, vor allem Fleisch, der Fall ist. (nabu)

Für viele Gletscher ist es schon zu spät
Selbst wenn die Staaten das Pariser Klimaabkommen einhalten, werden zwei Drittel aller Gletscher bis Ende des Jahrhunderts abschmelzen. Allerdings kann jedes vermiedene Zehntelgrad beim Temperaturanstieg das Abschmelzen eindämmen.

“Wir sind aufgrund des aktuellen Niveaus der Emissionen leider auf dem Weg in Richtung einer Temperaturzunahme um 2,7 Grad“, bestätigt Fabien Maussion vom Institut für Atmosphären und Kryosphärenwissenschaften der Universität Innsbruck, ein Mitautor der jetzt erschienenen Studie. „Das würde zwei Drittel aller Gletscher weltweit bis 2100 zum Verschwinden bringen“, so der Klimaforscher. (klimareporter)

Das Wissen um die Erderwärmung durch Treibhausgase
Exxon wusste alles – und zwar genau
Kli­ma­for­sche­r:in­nen der Harvard University und des Potsdam-Instituts für Klimaforschung (PIK) machen dem Ölkonzern Exxon Mobil schwere Vorwürfe. Das US-Unternehmen habe die globale Erderwärmung als Folge des Ausstoßes von Treibhausgasen seit Ende der 1970er Jahre genau vorhergesagt, schreiben die For­sche­r:in­nen in einem Artikel im Fachmagazin Science. Zugleich habe das Unternehmen diesen Zusammenhang jahrzehntelang systematisch heruntergespielt. (taz)


Fragwürdige Deals mit RWE

Anstelle fragwürdiger Deals mit RWE muss eine politische und gesellschaftliche Kultur des Umbaus treten, die von den ökologischen Grenzen des Wachstums ausgehen muss.
„Die Eingriffe in die Öko-Systeme sind heute mindestens 100 Mal höher als 1800, der Pro-Kopf-Ressourcenverbrauch in den Industriestaaten liegt 20 Mal höher und die Weltbevölkerung hat sich nahezu verzehnfacht. Es weniger um Deals, sondern um eine politische und gesellschaftliche Kultur des Umbaus, die von den ökologischen Grenzen des Wachstums ausgehen muss.“ (Michael Müller/Klimareporter)


EuGH: Bürger müssen wissen, wohin ihre Daten wandern

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat den Grundsatz der Transparenz aus der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verdeutlicht. Jeder habe das Recht zu erfahren, an wen seine personenbezogenen Informationen weitergegeben wurden, erläutern die Luxemburger Richter in einem Urteil vom Donnerstag. Dieser Anspruch gilt aber nicht absolut:
Der für die Datenverarbeitung Verantwortliche kann sich darauf beschränken, nur die Kategorien von Empfängern mitzuteilen, wenn diese nicht einzeln identifizierbar sind. Ein Antrag darf auch nicht “offenkundig unbegründet oder exzessiv” sein. (heise)


Sündenfall Charlie Hebdo

Charlie Hebdo Sondernummer
Charlie Hebdo Sondernummer
Acht Jahre nach dem Attentat auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“, bei dem wegen der Kontroverse um Mohammed-Karikaturen zwölf Menschen getötet worden waren, publizierte die französische Satirezeitschrift eine Sondernummer mit provozierenden Karikaturen des religiösen Oberhaupts Ali Khamenei. Sie sorgen in Teheran für Aufregung. Der französische Botschafter wurde vorgeladen, das iranische Regime ließ ein französisches Forschungszentrum in Paris schließen und droht mit weiteren Reaktionen. (presse)

Das Titelbild der Sondernummer von Charlie Hebdo ist leider am Ziel vorbeigezeichnet – mit Blick auf das Lustzentrum der Frau. Die Vulva wird wieder mal zu einem Sündenfall. Männergeschichten?


Strafzahlung für Facebook und Instagram

390 Millionen Euro Strafzahlung müssen Facebook/Instagram nun doch zahlen, weil sie personenbezogene Daten von EU-Usern ohne explizite Einwilligung für Werbung auswerten bzw. ausgewertet haben. (heise)

Man könnte zu dem Schluss kommen, die DPC (Data Protection Commission) in Irland, ist ein Teil, gehört zum Metaverse.

“Stinkefinger”: WhatsApp kommt bei Einwilligungstrick mit kleiner Strafzahlung davon
WhatsApp soll laut der irischen Datenschutzbehörde 5,5 Millionen Euro für seine Praxis zur “Zwangseinwilligung” zahlen. Max Schrems beklagt Arbeitsverweigerung.

Schrems zeigte sich erstaunt, wie die DPC nach einem 4,5-jährigen Verfahren und den damit verknüpften Mehrkosten “den Kern des Falles einfach ignoriert”. Auch die verbindliche Entscheidung des EDSA habe die Aufsichtsinstanz offensichtlich nicht beachtet.

“Man könnte glauben, dass die DPC endgültig alle Verbindungen zu den anderen EU-Behörden und zu den Anforderungen des EU- und des irischen Rechts kappe und außerdem den Partnern “endgültig den Stinkefinger” entgegenstrecke.” (heise)

Die Mojave News von Capitol Post sind die Fortsetzung der Randnotizen | Beitragsbild: © Matrix | Anika F.