Das Klapperfeld in Frankfurt stand vor einiger Zeit in einem Schriftwechsel im Mittelpunkt. Bezüglich meiner Anmerkung zu diesem Ort, die auch aus einer persönlich gelebten Lebenserfahrung resultiert, kam aus dem LSKH:

(Mhasa im missgenderter Schreibe über mich an Ceci (damalig im Vorstand))
„Ihre Erfahrungen die über andere zu stellen, gegenseitig Ausspielen, gar absprechen- das ist Gewaltvoll!“
(O-Ton Mhasa)

Die Botschaft aus dem Polizeigefängnis Klapperfeld

Gedenktafel Klapperfeld
Gedenktafel an die Brüder Becker am Polizeigefängnis Klapperfeld (Klickbild)

Das Allerheiligenviertel ist ein Teil von Frankfurt, das auch lebenswerte Bereiche und geschichtsträchtige Verweise vorzeigen kann. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, sind die Geschichten vom Klapperfeld und seiner Umgebung nun mal nicht mit rosaroten Farbtupfern bestückt. Das ganze Allerheiligenviertel war und ist EIN Brennpunkt in Frankfurt. (Allwissende Müllhalde).
Ich selbst habe im jugendlichen Alter dort eine Nacht verbracht – mitgegangen, mitgehangen. Und ja, Mhasa hat insofern Recht, als die Geschichte des Polizeigefängnisses Klapperfeld eine gewaltvolle ist. Ein von der Gestapo geführtes Gebäude für Verfolgte ist nie ein Ort der Lebensfreude, weswegen es dort nie eine gute Gegend geben wird.

Innenstadt Frankfurt
Innenstadt Frankfurt (OpenStreetMap)

In den 1950er wurde bereits über eine Schließung des Gebäudes nachgedacht, da es den Ansprüchen nicht mehr genügte. Dazu kam es aber erst 2003. Im sommerlichen August 2008 besetzte die Initiative »Faites votre jeu!« – ehemaliges Jugendzentrum in Bockenheim – das Klapperfeld, um eine „neue Bleibe“ in Selbstverwaltung zu erreichen. Die Stadt drohte mit der Räumung des Gebäudes. Erst nach langen Verhandlungen wurde das ehemalige Polizeigefängnis als Ersatzobjekt angeboten.

Von Beginn an begann die selbstverwaltete Initiative, sich der Geschichte des Ortes anzunehmen. In der ersten öffentlichen Veranstaltung wurden Juli 2009 erste Ergebnisse der Recherche ausgestellt. Es folgte der erste Teil der Dauerausstellung zur Geschichte des Polizeigefängnisses, mit dem Schwerpunkt auf dessen Nutzung während des Nationalsozialismus. Die Ausstellung kann auf der Internetseite klapperfeld.de besucht werden. Zur Zeit wird die Seite überarbeitet (Stand September 2022).

Das Klapperfeld versteht sich nicht nur als Museum und als Erinnerungsstätte. Viele weitere Aktivitäten finden im ehemaligen Polizeigefängnis statt. Ein Besuch dort wäre vielleicht für die eine oder andere „Persönlichkeit“ aus dem „Queeren Zentrum“ im Allerheiligenviertel ein erhellendes Ereignis.

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