Die Sehnsucht im Nebel der Vergangenheit

2013 trat ich aus der Dunkelheit ans Licht. Ich begann aufzublühen, sah den Weg vor mir, der nun zu gehen ist. 2017, im goldenen Oktober, erreichte ich durch Susanne (Lun) eine Daseinsebene, von der ich nur gehört habe.

Schwanengesang der Sehnsucht im Nebel

Mit dem Schwanengesang verschwindet ein Teil von mir mit der Sehnsucht im Nebel der Vergangenheit

Und als sich das Frühjahr 2018 zu Ende neigte, war alles vorbei, meine Seele zerstört. Was meinen Eltern und andere in all den vielen Jahren nicht gelang, hat diese zierliche/liebenswerte Seele als Lun (genderqueer) mit ihrer psychotherapeutischen Ausbildung unterm Regenbogen binnen drei Monate hinbekommen. Ich weiß nicht, warum Lun diesen Weg für sich und mich vor meiner GaOP wählte. Vielleicht weil ich wirklich den Weg der GaOP ging, Versprechungen nicht gehalten werden konnten, der Wille nicht mehr vorhanden war, weswegen sie sich der bedrückende Last auf diese Art entledigte.

Als Gaslighting (Kompositum aus englisch gas und lighting, deutsch: ‚Gasbeleuchtung‘) wird in der Psychologie eine Form von psychischer Gewalt bzw. Missbrauch bezeichnet, mit der Opfer gezielt desorientiert, manipuliert und zutiefst verunsichert werden und ihr Realitäts- und Selbstbewusstsein allmählich deformiert bzw. zerstört wird. (Wikipedia)

Die daraus folgende seelische Verletzung hat sich über meinen Körper ausgebreitet. Die Sehnsucht nach einer anderen Zeit, fraß mein innerstes auf. Aus einem höchstens 14-tägigen Krankenhausaufenthalt wurden mehr als vier Wochen, mit Nachfolgeoperationen. Am Krankenbett stand eines Tages ein Arzt der mich “interviewte”, wissen wollte, was mit mir los ist. Er konnte sich nicht erklären, woher all die Rebellionen des Körpers kamen. Nach dem Gespräch empfahl er mir eindringlich einen Therapeuten aufzusuchen und zu versuchen die Vergangenheit zu verarbeiten.

Der Körper kann nicht heilen, wenn die Seele leidet, so seine Botschaft.

Es gibt die körperliche Gewalt,
und es gibt die psychische Gewalt.

Letztere Wunden heilen selten bis nie.

Anika F.

 

Triskele im Maverique

I’ll Find My Way Home

Zurück von fernen Zielen

Heute, weit über ein Jahr später, sind die Wunden noch nicht verheilt. Sie werden es auch nie. Vielleicht, weil die Sehnsucht nach dieser Zeit nicht weichen will oder die Art des Umgangs zu tiefe Wunden verursacht hat, weil mein Herz immer noch Susanne (Lun) gehört. Die Zeit wird vielleicht das Gröbste verdecken und kaschieren, aber ich weiß inzwischen, daß ich ohne Susanne diese Ebene des Daseins im goldenen Oktober nie betreten hätte. Alles hat nun mal seinen Preis. In diesem Fall war es für mich der tiefste Abgrund, den eine Seele bereithalten kann. Aber auf ein paar Narben mehr oder weniger kommt es in diesem Leben nicht mehr an. Es sind Heldinnennarben. Und wer weiß, vielleicht stehen diese mir anderswo gut zu Gesicht.

 

… in eine andere Zukunft

Mein Weg führt mich nun wieder zurück. Zurück in eine andere Zukunft, zurück in die Dunkelheit, die meine Verbündete ist, an jenen Ort, wo ich viele Jahre im Schattensaum des Mondlichtes geborgen bei den Baumgeistern saß. Fast unsichtbar, nicht angreifbar.

Die aufkommende Dunkelheit in mir breitet sich weiter aus. Ich sollte sie nicht versuchen zu bekämpfen, sondern sie mit “erdigen” Klängen empfangen. Sie ist ein Teil von mir. Eine lange Nacht nimmt nun seinen Anfang.

Anika F.

 

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Es gilt nun auf einer anderen Ebene das Gestern, den kleinen Moment des Glücks mit Susanne (Lun) im Herzen festzuhalten. Nicht loslassend. Aufpassend, daß niemand diesen Moment bis zum Ende des irdischen Seins zerstört.

 
Update 13.12.2019 – Artikel geteilt | Titelbild Pixaby & Unplash

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