Hessens bunte CSD-Vielfalt in Frankfurt, Kassel und Darmstadt

Geschafft. 2018 habe ich endlich die CSD-Vielfalt in Hessen erleben dürfen. Heute am 18.08. in Darmstadt, letzte Woche, am 11.08. in Kassel, und am 21.07. in Frankfurt. Das ist schon eine geballte Ladung Regenbogenpower: Denn unsere sind viele hallte es einst in grottenfeuchten Katakomben wider. Und es werden immer mehr. Darmstadt ist ganz vorne dabei.

Trans*Pride und CSD-Vielfalt
Das Motto des CSD in Darmstadt 2018

Die Community ist mit vielem nicht mehr, was den CSD-Umzug betrifft, einverstanden. Zuviel Kommerz und zu wenig Möglichkeiten der Sichtbarkeit von Lesben und ihren Ausdrucksmöglichkeiten. Deswegen entsteht wie in Berlin oder auch in Kassel eine Dyke*March-Bewegung mit dem Höhepunkt des jährlichen Umzugs für Frauen von Frauen und ihren Unterstützer_innen.

Frankfurt hat in Sachen Kommerz sich nicht lumpen lassen. Eifrig wurden Schilder von Oral B, Gilette, Ariel oder Venus hochgehalten. Gefehlt haben aber die “Slipeinlagen für Transmänner”, weswegen es kein Auszeichnung aus der Nachbarstadt gibt, zumal der Werbeträger Condor für keine ruhe-sanft-Nächte in unserer Region sorgt. Traurigkeitstropfen: Es gab ein paar sexuelle Übergriffe an Frauen an der Konstablerwache. Ob deswegen das CSD-Komitee einen anderen Ort für nächstes Jahr sucht, weiß ich nun nicht.

Kassel hat in Sachen Streckenführung einiges zu überdenken. Zwar führte der Umzug zwei Mal durch das Zentrum, aber der Rest war irgend nach dem Motto: Den Bewohnern von Kassel nur nicht zeigen, daß es doch so etwas wie Lesben, Schwule, Trans* Inter* Nonbinäre Menschen gibt. Ein Umzug, der zum Teil durch eine Art Industrieviertel führte, wo niemand am Fenster schaut oder am Straßenrand steht, ist irgendwie am Ziel vorbei. Und ein Schrittempo hatten die drauf… schnell schnell, Isabell’. Wahnsinn. Keine Show- oder Tanzeinlagen der Community, wenn mal Stillstand im Zug ist. Ob es nächstes Jahr einen CSD in Kassel gibt, steht noch aus, da der komplette Vorstand zurückgetreten ist.

Darmstadt Die Community aus Darmstadt ist nur schwer zu toppen. Wenn die bunte Vielfalt ausschwärmt, dann ist Party auf der Gasse angesagt. Das Trans*Fahnenmeer der jungen Menschen in Frankfurt war einfach was für die geschundene Trans*seele. Es stimmt mich aber auch traurig, weil die Gesellschaft uns vor einigen Jahrzehnten das nicht gegeben und alles totgeschwiegen hat (und mehr). Es freut mich aber, daß diese jungen Menschen heute eine Wahl haben und diese auch nutzen.
Der Umzug war toll, eine mega Stimmung unterwegs. Es wurde getanzt, gesungen aber auch bei der Zwischenkundgebung die Füße still gehalten. Und ich bin alle meine Flyer für die Aktion Standesamt 2018 losgeworden, trotz vergessener Trans*fahne, die mich noch in Kassel zierte.

 

Hessens CSD-Vielfalt in Bildern

Genug der Worte. Ich komme nun zu den Bildern und hoffe einen Eindruck der CSD-Vielfalt in Frankfurt, Kassel und Darmstadt zu vermitteln. Mir hat es Freude und Spaß bereitet, alle drei Umzüge mitzulaufen – trotz Leistenbruch.

Frankfurt: Meine Identität ist nicht verhandelbar




Kassel: Kampf vorbei? – Alles erreicht?




Darmstadt: Du bestimmst nicht mein Geschlecht!

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