Die Rauhnächte sind vorbei, die Tore in eine andere, in eine feinstoffliche Welt, verschlossen. Nun, es gibt noch andere Gelegenheiten im Laufe des Jahres seine Spiritualität aufzufrischen, wie im Frühjahr die Tag-und-Nacht-Gleiche. Aber was bleibt von diesen Rauhnächten? Eine kleine Pilgerreise.
Am Anfang der Rauhnächte habe ich eine Karte aus meinem Stapel “Das Seelenorakel” gezogen. Diese Karte mit dem Bildnis “Heiliger Berg” hat mich bis gestern begleitet.

Pilgerreisen zu den Kraftorten

Überall auf der Welt betrachten indigene Völker Berge als starke Kraftorte. Hier sind oftmals die Göttergeschlechter zu Hause oder man findet dort Zugang zu ihnen. Irland und Island sind heute noch von mystischen Wesen bewohnt, die starken Einfluss auf das Leben der Bewohner haben. Auch bei uns wäre es noch so, wenn denn … In Tibet ist der Kailash und in Peru der Awsanqati ein heiliger Berg, zu dem viele Menschen zu einer Pilgerreise aufbrechen. Im alten Griechenland war es der Olymp. Jedoch sind all diese Kraftorte nicht zu erreichen, zumindest nicht im angedachten Sinn meiner Möglichkeiten.

Die Botschaft der Karte

Die Karte, die ich gezogen habe, lädt mich zu einer Pilgerreise ein. Auf diesem Weg kann ich meinen Blick erweitern und Visionen empfangen. Das ist aber mit einiger Vorbereitung verbunden, denn man sollte sich auch auf diesen Weg mental vorbereiten. Das bedeutet auch, vorher einen Ort aufsuchen, zu dem schon viele Menschen aufgebrochen sind, vielleicht dort zu ihrer Wahrheit gefunden haben. Dort biete ich meine Opfergabe an.
Das sind nun keine irdischen Gaben, wie es im Christentum Brauch ist, sondern etwas, was mich am Ende aufblicken lässt. Ein Beispiel: Menschen beachten, die ich bisher unbeachtet am Straßenweg hinter mir ließ. Oder: Mit Liebe und Mitgefühl die Wege des Tages gehen, die gegangen werden können. Es gibt da schon einiges. Wenn in dieser Zeit der Vorbereitung sich der Berg zeigt, ist es Zeit aufzubrechen. Und niemand wird mich dann aufhalten können, auch nicht Trägheit oder Faulheit, die sich einstellen könnte, denn am Ende der Reise, oben auf dem Berg angekommen, werde ich nicht nur die Schönheit der Landschaft genießen können, sondern auch die Spiritualität des Berges spüren und die Baumgeister flüstern hören. Woher ich das weiß? Ich war schon einmal da.

Der Kraftort Glauberg

Ziel der Pilgerreise
Der Grabhügel auf dem Glauberg

Warum in die Ferne schauen, wenn ein Kraftort so nah? Eine Pilgerreise muss nicht zwangsläufig über 1000de Kilometer führen. Viele fahren dann einen Teil des Weges mit der Bahn und gehen den Rest, den für sie wichtigen Teil, zu Fuß. Bei meinem ersten Besuch auf dem Glauberg war ich noch mit dem Zug bis Glauburg gefahren. Dieser Besuch war nicht Bestandteil einer Pilgerreise. Nur ein Besuch. Zu Fuß geht es dann von hier aus los (Hanau), um auf den Glauberg zu gelangen, ihn dann zu umrunden. Ich freue mich auf diesen Moment, aber es gilt für diese Pilgerreise noch einiges vorzubereiten.
Die Wanderschuhe sind schon eingelaufen, jetzt gilt noch es einen guten Weg zu finden. An Bundesstraßen entlangzulaufen ist kein Highlight, und viel zu gefährlich, wie ich beim Geocaching feststellen musste.

Grabhügel Rödermark
Grabhügel Rödermark im Kreis Offenbach

Dann muss ich einen Altar finden, der für mich infrage kommt. Der Blick geht nach Oberursel zur Keltensiedlung Heidetränk-Oppidum. Vielleicht ist aber auch ein Besuch “Auf der Bulau” besser geeignet (beide Orte schon aufgesucht). Vielleicht finde ich auch noch einen anderen Ort im Keltenland Hessen. Bücher werden mir den Weg weisen.

13 Wünsche müssen es sein

Mit dem Ziehen der Karte “Pilgerreise zum Heiligen Berg” habe ich auch 13 Wünsche auf kleine Zettel geschrieben, zusammengerollt und mit einem Faden zusammengebunden. Jede Rauhnacht habe ich ein Röllchen verbrannt und am Schluss blieb eine Röllchen über: Um den darauf geschriebene Wunsch muss ich mich selber kümmern. Ein nicht ganz so einfacher Wunsch, aber machbar. Einige andere Wünsche, soweit ich sie in Erinnerung habe, waren auch nicht so einfach, einer sogar unmöglich. Aber wünschen darf man sich ja so einiges bei den Rauhnächten. smile

Während dieser Rauhnächte bin ich auch zu der Erkenntnis gekommen, dass es für mich nicht immer einfach ist, den Alltag wegzulegen und mich auf die Rauhnacht zu konzentrieren. Ich werde einen Kurs dieses Jahr belegen, wo ich das erlernen kann. Dann werden die nächsten Rauhnächte auch intensiver. Bis dahin werde ich auch besser die Bilder vor dem geistigen Auge aus den Rauhnächten auch gut zu Papier bringen können.

Noch eine Anmerkung zum Schluss: Kraftorte müssen nicht zwangsläufig Berge sein. Ich habe z.B. einen Kraftort im Habichtswald, wo ich zweimal im Jahr bin. Da wo du etwas Besonderes spürst, da kann dein Kraftort sein.
Bei den Montagsmaler:innen in Kassel war eine Frau, die hat ihren Kraftort “Baum” auf langen Spaziergängen gefunden. Eine schöne Geschichte.

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