Allerorten ist sie im Gespräch, die Glühbirne, der schmerzliche Abschied von ihr, die Hoffnung, es wird nun alles gut mit der „Energiesparlampe“. Ein Produkt, gut in den Markt eingeführt, von der EU gepusht, zwangsverordnet und als Hoffnungsträger für das Klima in Stellung gebracht. Sie lebt viel länger, als die poplige Glühbirne. Das ist aber auch schon alles, was als Pluspunkt-Argument zieht. Alles andere ist „grüner“ Popanz.

Glühbirne vs. Energiesparlampe

Mal von den etwaigen gesundheitlichen Schäden abgesehen, sowohl der Herstellungsprozess als auch die Entsorgung einer „Energiesparlampe“ gleicht einem „grünen“ Gau, im Vergleich zur Glühlampe. Peter Carstens von der Zeitschrift GEO schreibt:

Bei dem Verbot der Glühlampe geht es darum, das Verbot soll den Druck auf die Hersteller erhöhen, bessere Energiesparbirnen zu entwickeln. Leuchtmittel, die nicht nur gesundheitsverträglich sind, sondern auch eine gute Umweltbilanz aufweisen können, also zukünftig nicht mehr in den Sondermüll gehören. Schon jetzt sind LED-Lampen auf dem Markt, die noch effizienter sind und ohne Quecksilber auskommen. Sie werden in wenigen Jahren die gute alte Energiesparbirne in den Schatten stellen.

Es wird Müll einem aufs Auge gedrückt, damit der Müll sauberer wird. Schon gaga irgendwo. Dabei ist mein Fußstapfen grün, hingegen der eines EU-Abgeordneten mit der Verordnung für die „Energiesparlampe“ in der Hand, dunkelrot.

Man muss nun nur hingehen und die Einzelteile einer Glühbirne auflisten, diese mit jenen der „Energiesparlampe“ vergleichen. Dann geht man her und analysiert den Herstellungsprozess, Aufwand plus Energie, einschließlich des Abbaus von Rohstoffen. Es fällt ja nichts von den Bäumen. Bei der Entsorgung sieht es nicht anders aus.
Ich habe mal gezählt, es sind zwei Stockwerke, danach 14 Schritte und ich bin die Glühbirne los.
Jetzt habe ich Glück, wohne im städtischen Einzugsgebiet, irgendwo wird sich schon wer finden, der meine kaputte Energiesparlampe annimmt. 30 Kilometer weiter sieht das anders aus. Und im hessischen Hinterland noch schlimmer. Dort müssen wahrscheinlich die Bürger sich eine Sammelstelle ausschauen und dann einmal im halben Jahr wen auf Reise schicken. Laut Auskunft des Dachverbandes der Energiesparlampenhersteller, gibt es in NRW ca. 380 Sammelstellen, man hofft aber über die Kundenbindung, dass Händler auf den Annahmestellen-Zug aufspringen. Und dann erzählt mein Energieversorger:

Unter dem Begriff Sondermüll sind alle Abfälle zusammen gefasst, die gemäß Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz einer gesonderten Behnandlung und Entsorgung unterliegen. Diese Abfälle sind besonders überwachungsbedürftig, da die hierunter fallenden Stoffe bei der Anwendung und Entsorgung gesundheits- oder umweltschädigend sein können.

Batterien kann man in eine kleine Kiste beim Händler werfen, gut ist. Alt-Medikamente drückt man der Apothekerin in die Hand. Da passiert nichts. Das kann man mit einer Energiesparlampe nicht machen. Dann ist sie zur Entsorgung irgendwo angekommen, ist dort ein Mega-Aufwand gegenüber einer Glühbirne vonnöten, damit auch nichts schiefgeht. Aber nehmen wir an, es ist alles super …

Solange Fluglinien eine einseitige Anzeige in der Rundschau schalten, dort verkünden, man kann für 10 Euro irgendwohin nach Europa fliegen und solange die Fluglinien für fast lau von einem Flughafen abheben, solange brauchen wir uns über den Klimaschutz mittels einer Energiesparlampe nicht zu unterhalten.

Und solange solche Anzeigen in der FR sich dem Leser offenbaren, solange nehme ich auch der Rundschau ihre Pro-Energiesparlampeneinstellung – der Umwelt zuliebe – nicht ab. Und da das Laub nun wieder fällt, wen sieht man der Umwelt zuliebe nun häufiger angetanzt kommen?

(Lösung) (Link aktualisiert)


reloaded am 22.09.2022
Beitragsbild: Pixabay

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