RSS: Abgesang auf eine Errungenschaft

In einer Ecke des Internets hat Mozilla ein paar IT-Spezialisten aus ihrer Lethargie befreit, als die Organisation verkündete, den RSS-Reader aus Firefox zu entfernen. Stille. Dann ein zaghaftes Grummeln, was immer lauter wurde, aber heute auch schon wieder verstummt ist. Wen interessiert ein RSS-Feed? Was ist das überhaupt und wo ist der zu finden?

Mozilla entfernt den RSS-Reader aus Firefox

RSS-Reader in Firefox
Gehört bald der Vergangenheit an: eingebauter RSS-Reader in Firefox

In Zeiten von Twitter, Facebook und Google, die als Hauptquelle für das Aufnehmen von Neuigkeiten gelten, verschwindet eine Errungenschaft des Internets immer mehr in der Versenkung: der RSS-Feed. Viele wissen gar nicht um RSS, um die Möglichkeit sich ein eigenes Bild des Weltgeschehen zu machen. Ich muß gestehen, ich benutze nur RSS um das Wissenswerte des Tages im Internet zu erlesen. Ich habe gar nicht die Zeit, auf Facebook oder Twitter die Ecken abzugrasen, um das für mich Wichtige zu bekommen.

Nun gibt es als Begründung zu lesen:

“Nach sorgfältiger Abwägung verschiedener Optionen haben wir uns entschlossen, die eingebaute Feed-Unterstützung aus Firefox zu entfernen. 99,9 Prozent der Nutzer würden sie gar nicht nutzen und dafür macht die RSS-Funktion den Entwicklern zu viel Arbeit. Zudem sei der Code alt und es gibt Probleme mit der Sync-Funktion von Firefox. Und sowieso seien RSS und Atom auf einem absteigenden Ast.”

Nun, daß 99,9% der Nutzer den Feed-Reader nicht benutzen, ist (auch) in der Vergangenheit zu finden. Ich benutze ihn nicht, obwohl ich täglich Feeds lese. Es gab mal eine Zeit, da haben die Feeds Firefox lahmgelegt. Es ging alles sehr sehr langsam voran. Erst mit dem “abstellen” des internen Readers war Firefox wieder flott am Start.

Die Feed-Alternativen

Als Alternative gab es einige Projekte im Netz, die Feeds optisch nett aufbereiteten und für einen überall bereithielten. Der Tag kam und Google zog seinen Reader aus dem Verkehr. Die Suche nach Ersatz nahm schon einige Zeit in Anspruch. Programme gab es einige wie RSSOWL oder auch Feedreader. Der Nachteil: Es findet kein Abgleich statt, denn was ich morgens auf dem PC lese, bekomme ich später im Büro noch einmal serviert (falls gleiche opl-Datei). Das muß nun nicht unbedingt sein. Feedly hat sich dann als Google-Ersatz angeboten, heute ist Inoreader ebenfalls eine gute Wahl um mit den Feeds auf dem aktuellen Stand der Dinge zu bleiben.

RSS-Feeds
Die Feeds “Lokales” im Inoreader (Firefox)
RSS Feedly
Die Feeds der Trans*Beratung Kassel in Feedly (Chrome)

Ein großer Vorteil eines RSS-Feed: Er wird ohne großartige Beilagen serviert. Keine zig Werbeblöcke, keine Fallstricke, keine Verfolger, der Leser ist nicht so greifbar… Das gefällt einigen nicht, weswegen die RSS-Feeds so langsam aussterben. Die coole Alternative ist ja Twitter oder Facebook. Ich benutze weder Twitter noch Facebook um die relevanten Tagesereignisse – die Tweets vom Präsidenten der Vereinigten Staaten oder in Zukunft die des Bundesinnenminister – mitzubekommen. Das machen andere für mich. Und die bekomme ich dann im RSS-Feed zu lesen – ohne Schnüffellei anderortens. wink

Wie komme ich an den Feed?

In Firefox unter Lesezeichen gibt es (noch) den Menüpunkt: Diese Seite abonnieren. Zu erkennen an einem kleinen Icon. Kein Feed auf der Seite, kein Eintrag mit Icon. Gleiches gilt für das Icon “abonnieren”, zu finden unter Menü öffnen -> anpassen (hier im Titelbild hinter dem Suchfeld). Einfache Geschichte. Ansonsten gibt es noch Erweiterungen für den Browser in der Werkstatt von Firefox.

Für Chrome gibt es auch etwas ähnliches in der hauseigenen Werkstatt.

Zu Testzwecken steht Euch im Footer hiesiger Feed zur Verfügung smile

Nachtrag 09.08.: Heiseshow? (zum Thema RSS)

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