Es ist eine Zeit der Stille, der Schau nach innen. Die Nacht vom 21. auf den 22, die Wintersonnenwende (hier und da auch Thomasnacht genannt), gilt als Vorbereitung auf die Nächte, die nun kommen: die Rauhnächte. Den Erzählungen nach beschreiben sie den Zeitraum, wo man die Differenz der Tage des Sonnenjahr zum Mondjahr ausglich. Es sind 11 Schalttage, 12 Nächte.

In dieser Zeit wird vieles außer Kraft gesetzt. Die Wintersonnenwende markiert den Beginn. Dunkle Gedanken greifen nach der zarten Seele, wollen sie zerquetschen und Urängste tauchen aus dem Nichts auf. Die Nächte zeigen ein jedem, der sich mit ihnen einlässt, die Wahrheit. Es entstehen Tore, Schlupflöcher aus der “Anderswelt” in hiesige Gestade und nicht nur Baumgeister machen sich bemerkbar. Aber, es sind “nur” Botschaften, Traumreisen, die sinnbildlich erzählen, was war, was ist, und was morgen sein könnte (Triskele).
Deswegen empfiehlt es sich, ein Tagebuch zu führen und alles niederzuschreiben, was einem in dieser Zeit widerfährt.

In diesen Tagen hat alles was geschieht, auch wenn es im ersten Moment auch noch so banal und unwichtig erscheint, eine ganz besondere Bedeutung.

Wintersonnenwende

Die Wintersonnenwende ist der Tag, wo die Sonne die geringste Mittagshöhe über dem Horizont erreicht. Es ist der kürzeste Tag, dem die längste Nacht folgt. Für die Vorbereitung auf die Rauhnächte bietet sich die Wintersonnenwende für Visionen und einer Reinigung an. Diese Nacht markiert einen Wendepunkt im Lauf der Jahreszeiten, der Wiedergeburt des Lichts.


Das Ritual der Reinigung und der Visionen

In der Nacht der Wintersonnenwende bereitet man sich auf die Rauhnächte vor. Sowohl mental als auch in seiner heimischen Umgebung. Ich habe z.B. meine Ablage auf dem Schreibtisch durchforstet, Notizen zur weiteren Verarbeitung aufgehoben, andere entsorgt. Wiederum “Belastbares” beiseite gestellt, was vorbei ist, und morgen in den Keller wandert. Dort kommt es zu den anderen Dingen aus einer Zeit, die nicht mehr ist. Eine kleine Einkaufliste, was ich noch für die Rauhnächte benötige, liegt für morgen bereit.

Zu der mentalen Vorbereitung gehört es, die Räume zu räuchern, den “Rauhnächte-Altar” herzurichten (seine Rauhnacht-Ecke/Ruhezone) und Musik aufzulegen, die für eine kleine Seelenreise geeignet ist.

Rauihnächte 2021
Das Zentrum der Stille in der Rauhnacht

• Schreibe auf, was du in diesem Jahr noch loslassen möchtest und verbrenne den Zettel. (wäre auch ein Blogbeitrag wert).
• Ziehe eine Orakelkarte (wenn im Brauch). Ich habe eine aus dem Seelen-Orakel gezogen. Diese ist für das kommende Jahr.
• Schreibe eine Wunschliste…
• Wähle aus dieser Wunschliste 13 Wünsche aus, schreibe jeden einzelnen auf einen Zettel, falte/rolle sie zusammen, sodass man sie nicht lesen kann und lege sie in ein Gefäß auf deinen Altar. Die Liste kann jetzt entsorgt oder aufgehoben werden.

In jeder Rauhnacht wird ein Zettel aus dem Gefäß gezogen und ungelesen verbrannt. Dies kann mit oder ohne Räucherwerk vollzogen werden. Mit Räucherwerk wird es aber intensiver. Dieser Wunsch wird jetzt dem universellen Bewusstsein übergeben. Die Asche entweder entsorgen oder der Erde mit einem Samen übergeben. Am letzten Tag bleibt ein Zettel übrig. Diesen öffnet man und was da geschrieben steht ist dann der Wunsch, um den man sich selbst kümmern muss.

Wintersonnenwende
Stille

Fragen

Es bleibt noch etwas für die Wintersonnenwende: Nehme ein Stück Blatt Papier, oder dein Rauhnächtetagebuch, und beantworte folgende Fragen:

• Was wurde in letzter Zeit gelernt, gar sich zu eigen gemacht?
• Hat sich schon eine Veränderung angekündigt?
• Wünsche für das neue Jahr.

Tipp: Es bietet sich an, in der Heilignacht (24./25.), sein Tagebuch selbst zu gestalten, um dann dort die Antworten, seine Träume und Begegnungen, niederzuschreiben.

Hinweis: Träume können Hinweise geben, müssen aber nicht. Manchmal sind es Bilder, die das widerspiegeln, was uns schon länger beschäftigt. Träume sind auch keine Prophezeiungen im übertragenen Sinne. Sie können aber aufzeigen, was die Seele sieht und das ist manchmal auch ganz nah der Realität. Das Wissen um etwas löst Freude, Ängste und auch den Seelenschmerz aus, die in der Zwischenebene des Bewusstseins als Traumreise wahrgenommen wird (so in etwa).


Beitragsbild: Aaron Burdon (unplash)

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